Die einzige Alternative zur Staufalle: JA zur Bahn!

Im Dezember 2015 wurde einer der größten regionalpolitischen Fehler der jüngeren Zeit vollzogen. Mit der Einstellung der Regionalbahn 110 zwischen Meißen und Döbeln wurde der ehemalige Eisenbahnknotenpunkt Nossen vom Personenverkehr abgekoppelt. Als Begründung wurden die gesunkenen Fahrgastzahlen ins Feld geführt. Dabei wird allerdings gerne verschwiegen, dass die Bahnverbindung durch eine schrittweise Angebotsverschlechterung immer unattraktiver gestaltet wurde. Dass die Nachfrage dann sinkt, ist wahrlich nicht überraschend.

Bereits 1998 wurde mit der Nebenbahn nach Riesa ein wichtiger Zubringer gekappt. Wenig später wurde die Regionalexpressverbindung zwischen Dresden und Leipzig eingestellt. Fortan verkehrten ausschließlich die langsamen Regionalbahnen. In der Folge wurde auch noch der Takt auf zwei Stunden gestreckt. Wer fährt schon mit dem Zug, wenn er im schlimmsten Fall knapp zwei Stunden auf ihn warten muss?

Warum brauchen wir die Bahn?

Gerade die Erfahrungen des vergangenen Jahres haben uns gezeigt, wie abhängig wir von der Autobahn geworden sind. Insbesondere nach Dresden war und ist regelmäßig kein Durchkommen mehr. Auch die Ausweichrouten sind dann in kurzer Zeit überlastetet. Die Hoffnung, diese Situation würde sich bessern, wenn die Baumaßnahmen auf der A4 abgeschlossen sind, hat sich leider nicht bewahrheitet. Der Abschnitt zwischen Nossen und Dresden ist ein Unfall- und somit Stauschwerpunkt.

Wenn Nossen als Wohnort für Menschen, die im Raum Dresden arbeiten, attraktiv sein soll, brauchen wir eine Alternative zur Autobahn. Nur so können angemessene Pendelzeiten garantiert werden. Der „Plusbus“ 424 ist keine Alternative zum Auto, denn er steht im selben Stau! Nur die Bahn ist unabhängig von den überlasteten Straßen. Es ist nicht bedeutsam, ob die Bahn von jedem Pendler täglich genutzt wird, allein die Möglichkeit ist ein unschätzbarer Standortvorteil für Nossen.

Aber: Kein einfaches Zurück zum Angebot von 2015!

Ich möchte mich insbesondere im Kreistag dafür stark machen, dass Nossen schnellstmöglich wieder an den Personenverkehr angeschlossen wird. Allerdings darf eine Wiederaufnahme des Bahnbetriebs nicht eine bloße Rückkehr zu den Verhältnissen vor der Einstellung sein. Um Nossen an die Großstädte Leipzig und Dresden sowie deren Ballungsräume attraktiv anzubinden, brauchen wir ein intelligentes Angebot mit folgenden Eckpunkten:

  • stündlicher Takt (statt alter 2-Stunden-Takt)
  • Regionalexpress statt „Bummelzüge“: Maximal 45 Minuten bis nach Dresden!
  • Anschluss an das Busnetz über einen zentralen Bus-Bahn-Übergangspunkt am Bahnhof Nossen, der auch ausreichend PKW-Stellplätze bietet
  • gut abgestimmte Fahrpläne zwischen Bus und Bahn
  • Instandsetzung, Sicherung und Beleuchtung des Fußwegs vom Bahnhof Richtung Talstraße („Schwarzer Weg“)
  • Einbeziehung der Bahnverbindung in das zu erstellende Tourismuskonzept
  • ausreichende Fahrradmitnahmemöglichkeiten in den Zügen

Christian Bartusch Nossen Stadtrat Kreistag

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