Heimat gestalten. Heimat erhalten. – Mein Programm für die kommenden sieben Jahre

Was „Heimat gestalten. Heimat erhalten.“ bedeutet:

Ich lebe sehr gerne in Nossen. Eingebettet in die Wälder des Muldentals und die Kornfelder der Lommatzscher Pflege liegt unsere Gemeinde wunderschön. Auch der Arbeitsplatzmangel der Nachwendejahre gehört heute zum Glück der Vergangenheit an.

Gleichzeitig stehen wir aber auch vor großen Herausforderungen. Das größte Risiko geht von der seit Jahren rückläufigen Bevölkerungszahl aus. Straßen, Schulen, Kindertagesstätten, öffentliche Einrichtungen müssen für immer weniger Menschen bereitgestellt werden – und von immer weniger Menschen finanziert werden. Das kann auf Dauer nicht geleistet werden.

Dem können wir aber entgegenwirken: Nossen liegt günstig zwischen den drei sächsischen Großstädten Dresden, Leipzig und Chemnitz. Das können wir nutzen! Mein Ziel für die kommenden sieben Jahre ist es, die Stadt noch anziehender zu gestalten, um mehr Menschen nach Nossen zu holen. So kommen neue Generationen hierher und die Ortskerne können neu belebt werden.

Im nachfolgenden Programm möchte ich zeigen, welche Punkte ich unter dieser Zielstellung gemeinsam mit Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, angehen möchte. Wir erhalten unsere Heimat, indem wir sie gestalten!

Klicken Sie sich durch die einzelnen Programmpunkte

Wohnbauflächen schrittweise und bedarfsgerecht erschließen: In Deutschland sterben im Jahr mehr Menschen als neu geboren werden. Dadurch schrumpft auch die Einwohnerzahl Nossens stetig. Um diesem Trend entgegenzuwirken müssen wir auf Zuzug – u. a. aus dem Dresdener Raum - setzen. 2018 sind gerade einmal vier Menschen mehr nach Nossen gezogen, als weggezogen sind. Unsere Nachbargemeinden zeigen, dass mehr möglich ist. Mit der Schaffung neuer Eigenheimstandorte schaffen wir besonders für Familien ein attraktives Angebot. Dabei möchte ich aber auch maßvoll und schrittweise vorgehen, um nicht unnötig viele Flächen zu versiegeln.

Attraktive Mietwohnungen: Ich fokussiere mich nicht einseitig auf die Schaffung neuer Eigenheime, denn nicht alle Menschen wollen in den eigenen vier Wänden leben. Für Familien mangelt es an größeren, sanierten Mietwohnungen zu angemessenen Konditionen. Auch senioren- und behindertengerechter Wohnraum soll ausgebaut werden. Die städtische Wohnbaugesellschaft wird entsprechend strategisch ausgerichtet und gestärkt.

bedarfsgerechte Gewerbeflächenentwicklung: Um Arbeitsplätze vor Ort zu halten und zu schaffen, sollen auch künftig autobahnnahe Standorte maßvoll erweitert werden. Gleichzeitig werde ich auch aktiv nach geeigneten Flächen im ländlichen Raum suchen, um die gesamte Gemeinde vom Wachstum profitieren zu lassen.

kleinflächiges Gewerbe unterstützen: Für die Stadt werde ich ein Konzept für den Erhalt des Marktplatzes als Handelsstandort erarbeiten, um dauerhaften Leerstand zu vermeiden. Das aktuelle Einzelhandels- und Zentrenkonzept geht an den tatsächlichen Problemen vorbei und scheint andere Zielstellungen zu verfolgen. Für den ländlichen Bereich können neue Modelle für Dorfläden erprobt werden bzw. mobile Konzepte geprüft werden.

Tourismus entwickeln: Der Inlandstourismus ist ein wachsender Wirtschaftszweig, dessen Potential in Nossen bisher nicht ausgeschöpft wird. Es fehlt ein Plan, der die einzelnen Attraktionen (z.B. Montanregion, Klosterbezirk, Elbland, Industriekultur & Bahn, Lommatzscher Pflege als Kulturlandschaft, Natur mit großem Erholungsfaktor) verbindet und Nossen im ersten Schritt als lohnendes Ziel für den Tages- und Kurzzeittourimus positioniert. Hierzu gehört auch eine zielgerichtete Werbung und Information. Hier besteht für Nossen großer Nachholbedarf. Chancen liegen zudem in der zielgerichteten Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden und regionalen Tourismusverbänden.

Ausbau des Radwegnetzes: Zur Steigerung der Verkehrssicherheit, Erweiterung des touristischen Angebots und Förderung eines ökologischeren Verkehrs muss das Radwegenetz ausgebaut werden. Hierzu muss die Stadt eine Radverkehrskonzeption erarbeiten, die auch für den Abruf von Fördermitteln des Landes (RL KStB) notwendig ist.

Schaffung und Erhalt eines attraktiven Öffentlichen Personennahverkehrs: Auf dieses wichtige Thema hat die Gemeinde leider nur beschränkten Einfluss, da die Aufgabenträgerschaft und somit auch die Entscheidungsgewalt beim Landkreis, Zweckverband und Freistaat liegen. Als Bürgermeister werde ich mich aber wahrnehmbar und beharrlich für die Reaktivierung der Bahnstrecke und die Schaffung eines schnellen Regionalexpresses nach Dresden bzw. Leipzig einsetzen. Hierfür gibt es gute Beispiele in unseren Nachbarstädten des Landkreises Mittelsachsen. Aus unserem Rathaus war zu diesem Thema leider in den letzten Jahren wenig zu hören. Gleichzeitig möchte ich den Busverkehr attraktiver gestalten. Hierzu kann die Kommune durch die Schaffung weiterer Fahrgastunterstände aktiv beitragen und sich auf Kreisebene für ein dichtes Haltestellennetz einsetzen. Die Organisation eines Bürgerbusses (Beispiel Lommatzsch/Käbschütztal) kann zu einer deutlichen Verbesserung des Angebots führen, lebt aber von der Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement.

Einzelhandelsstandorte sichern bzw. neue erschließen: In unseren ländlichen Ortsteilen sind bis auf wenige Ausnahmen keine Geschäfte erhalten geblieben. Gemeinsam mit den Einwohnerinnen und Einwohnern, den verbliebenen Gewerbetreibenden und den Erzeugern möchte ich Wege suchen, um eine Grundstruktur aufzubauen. In anderen Gemeinden ist dies in Form von genossenschaftlich organisierten Läden, automatisierten Versorgungspunkten und mobilen Angeboten gelungen. Hiervon können wir lernen und profitieren. Außerdem möchte ich einen größeren Standort in zentraler Lage (z. B. an der S85) prüfen.

lebendige Ortskerne erhalten: Ich werde Kultur und Zusammenhalt auch auf dem Land unterstützen. Hierzu dienen die in diesem Programm beschriebenen Maßnahmen zur städtebaulichen Entwicklung, Wirtschaftsförderung und Vereinsförderung. Ein Ansatzpunkt kann hierbei das kommende Modellprojekt „Soziale Orte“ sein.

Gewerbeansiedlungen auch außerhalb der „Kernstadt“ fördern: Nicht jeder Gewerbebetrieb muss und will sich direkt an der Autobahn niederlassen. Hier kommen auch gut erreichbare Standorte im ländlichen Bereich, z. B. an der S85, infrage. Diese Lagen können insbesondere für Handwerksbetriebe interessant sein. Arbeitsplätze möchte ich auch auf dem Land schaffen, um alle Teile unserer großen Gemeinde gleichberechtigt zu entwickeln.

Wohnstandort „Land“ weiterentwickeln: Nicht nur die Kernstadt soll von einem Zuzug profitieren. Vorrangig soll die Entwicklung innerhalb der bestehenden Ortstrukturen erfolgen, um den Charakter des jeweiligen Dorfes zu erhalten.

Eigenverantwortung durch Schaffung von Ortschaftsräten stärken: Das Wesen der kommunalen Selbstverwaltung liegt darin, möglichst viele Angelegenheiten lokal vor Ort zu regeln. Durch die Zusammenlegung von Kommunen wird dieser Ansatz zusehends unterwandert. Die Stadt Nossen umfasst mittlerweile eine Fläche von 123 km², eine bürgerschaftliche, eigenverantwortliche Verwaltung ist in diesem Rahmen nicht möglich. Abhilfe kann die Einrichtung von Ortschafträten schaffen, die einen klaren lokalen Bezug aufweisen. Im ersten Schritt möchte ich durch eine Bürgerbefragung feststellen, in welchen Ortsteilen die Einrichtung von Ortschaftsräten von der Bevölkerung gewünscht wird. Die Ortschaftsräte werden mit einem kleinen, einwohnerabhängigen Budget ausgestattet, über das sie eigenverantwortlich entscheiden können.

Behördenwege durch Möglichkeiten der Digitalisierung verringern: Die Stadt Wilsdruff bietet bereits verschiedene Dienstleistungen online über das Online-Portal Amt24 an (u. a. Hundeanmeldung, Gewerbeanmeldung). Auch die Stadt Nossen soll bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes vorangehen und damit den Bürgerinnen und Bürgern möglichst viele Fahrten zum Amt ersparen. Hiervon profitieren alle Nossenerinnen und Nossener – besonders aber jene auf den Dörfern mit besonders langen Anfahrtswegen zum Rathaus.

Gute Bedingungen für unsere Feuerwehr: Die Ehrenamtlichen in unseren acht Ortswehren leisten Großartiges für unsere Bevölkerung. Sie riskieren ihre eigene Gesundheit, um ihren Mitmenschen in der Not zu helfen. Bisher war es daher gute Praxis, die Feuerwehren modern und gut auszustatten, damit die Kameradinnen und Kammeraden ihren Einsatz unter ordentlichen Bedingungen leisten können. Dies wird sich auch mit mir als Bürgermeister nicht ändern. Die Feuerwehr ist und bleibt eine wichtige Institution nicht nur für unsere Sicherheit, sondern ebenso in ihrer sozialen und gesellschaftlichen Rolle.

Beibehaltung der institutionellen Vereinsförderung: Durch die Vereinsförderung unterstützt die Stadt eine aktive Gesellschaft und ein ordentliches kulturelles Angebot. Jeder Euro, der hier ausgegeben wird, erzielt durch das ehrenamtliche Engagement der Menschen vor Ort ein Vielfaches seines Werts. Daher muss die Förderung auch in schwierigen Haushaltslagen erhalten bleiben. Künftig sollen alle Förderungen der Stadt auf einer klaren, transparenten Förderrichtlinie beruhen.

Einführung eines Kleinstfördertopfes für Projekte: Ergänzend zu der bisherigen Förderung kann durch kleinere Zuschüsse zu einzelnen Projekten das kulturelle Leben bereichert werden. Auf diese Weise kann Eigeninitiative zum Nutzen der gesamten Gesellschaft auf einfache Weise unterstützt werden.

Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Kindertagesbetreuung: Nossen soll auch künftig ein hochwertiges und vielseitiges Angebot der Kindertagesbetreuung anbieten. Die Eltern sollen zwischen verschiedenen pädagogischen Konzepten, Trägern und Standorten wählen können. Bei der Platzvergabe sollen familiäre Aspekte, wie Lage zum Arbeitsweg oder die Nähe zur Schule der Geschwister beachtet werden, um die Eltern in ihrem Alltag zu entlasten. Die Kindertagespflege soll auch zukünftig angeboten werden.

Unterstützung bürgerschaftlicher Initiativen: Was wäre unsere Heimat ohne die vielen Ehrenamtlichen? Die vielen Initiativen möchte ich nach Kräften unterstützen, u. a. bei der Beantragung von Fördermitteln, Bereitstellung von Räumlichkeiten, Koordination der Akteure und Unterstützung durch den Bauhof. Besonders möchte ich die Vernetzung der einzelnen Vereine und Initiativen vorantreiben.

Schaffung eines Jugendbeirats: Damit junge Menschen in Nossen bleiben oder nach Studium/Ausbildung zurückkehren, müssen sie sich schon als Jugendliche hier wohlfühlen. Bisher gibt es aber keine Möglichkeiten, deren Interessen gebündelt in die Stadtentwicklung einfließen zu lassen. Ein beratender Jugendbeirat kann dies leisten.

regelmäßige Bürgersprechstunden: Ich möchte als Bürgermeister den direkten Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern suchen. Hierzu werde ich Bürgersprechstunden an wechselnden Orten einführen, um das gesamte Gemeindegebiet abzudecken. Ergänzend möchte ich Online- oder Telefonsprechstunden abhalten.

regelmäßige und örtlich variierende Einwohnerversammlungen: Eigentlich sollte jede Gemeinde mindestens einmal im Jahr eine Einwohnerversammlung abhalten. So schreibt es die Sächsische Gemeindeordnung vor. In Nossen ist das bisher nicht der Fall. Ich möchte aber auch deutlich über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehen. In regelmäßigen Veranstaltungen werde ich über das aktuelle Geschehen in der Gemeinde informieren und zur öffentlichen Diskussion aufrufen. Die Veranstaltungen können auch als gemeinsame Spaziergänge durchgeführt werden.

Einführung eines Bürgerhaushalts: Die Bürgerinnen und Bürger möchte ich in die Planung des Haushalts aktiv einbeziehen. Je nach Finanzlage im Rahmen eines eigenen Budgets oder bei der Prioritätensetzung. Unter anderem die Stadt Augustusburg sammelt mit diesem Konzept seit mehreren Jahren gute Erfahrungen.

Einbeziehung der Bevölkerung in Planungsprozesse: Das Beteiligungsportal des Freistaats Sachsen wird von der Stadt zurzeit für die Beteiligungen im Rahmen der Bauleitplanung verwendet. Die Plattform bietet aber deutlich mehr Möglichkeiten, die ich ausschöpfen möchte. Andere Gemeinden nutzen das Portal auch für Fachplanungen und damit verbundene Bürgerbefragungen.

Schaffung digitaler Angebote: Die Corona-Krise hat uns vor Augen geführt, wie wichtig die Schaffung digitaler Angebote ist. Ich möchte die Leistungen der Stadt Nossen schnellstmöglich in das Portal Amt24 einbinden, um unnötige Behördengänge zu vermeiden.

Umfassende Information der Bevölkerung: Ich werde die Bevölkerung über ein neutrales Amtblatt informieren, das umfassend unterrichtet und keinen Raum für polemische Kommentare bietet. Ein wöchentlicher Newletter wird regelmäßig über das aktuelle Geschehen in der Gemeinde informieren. Bereits mit der Haushaltsplanung haben wir im Stadtrat die Einführung eines Ratsinformationssystems beschlossen. Diese Initiative geht auf einen von mir verfassten Stadtratsantrag zurück. Als Bürgermeister werde ich darauf achten, dass über dieses System rechtzeitig vor den Sitzungen die öffentlichen Beschlussvorlagen allen Interessierten zugänglich sind.

Kulturlandschaft der Lommatzscher Pflege erhalten: Unsere Heimat ist geprägt durch das Meißener Lösshügelland, das durch die jahrhundertelange landwirtschaftliche Nutzung geprägt ist. Entstanden ist eine besondere Kulturlandschaft, die sich durch den Wechsel von Feldern, Streuobstwiesen, kleinen Waldstücken und Bachläufen auszeichnet. Durch landschaftspflegerische Maßnahmen, wie Baumpflanzungen möchte ich die einmalige Landschaft schützen und ihre Vielfalt erhalten bzw. wiederherstellen. Die Stadt Nossen wird sich mit mir als Bürgermeister aktiv in das Kulturlandschaftsprojekt des Landkreises einbringen.

nachhaltige Wiederaufforstung und Bewirtschaftung des Stadtwaldes: Durch rasche Wiederaufforstung unter Einbeziehung der Bevölkerung werden die Schäden am städtischen Wald nachhaltig behoben. Hierbei wird auf die Schaffung klimabeständiger Mischwälder geachtet. Mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst steht bereits heute ein kompetenter Partner zur Verfügung.

Chancen der Energiewende nutzen: Ich möchte die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Gebäuden prüfen und bei Wirtschaftlichkeit umsetzen. Das Netz an Elektroladesäulen muss ausgebaut werden, um auf den aktuell stattfindenden Technologiewandel zu reagieren. Hierzu werde ich Gespräche mit den Anbietern führen.

Böden schützen: Die hochwertigen Böden, insbesondere der Lommatzscher Pflege, möchte ich vor unnötiger Versiegelung, Erosion und Belastung schützen. Gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten möchte ich Wege suchen, die bereits vorhandenen Ansätze auszubauen.

Gerne diskutiere ich mein Programm mit Ihnen persönlich:

14.09. 19:00 Uhr Gasthof Augustusberg
16.09. 18:00 Uhr Gasthof Wendischbora
18.09. 18:00 Uhr Gasthof Lossen
21.09. 17:30 Uhr Bäckerei Kohlar – Rhäsa*
23.09. 18:30 Uhr Bahnhofsgaststätte Ziegenhain
NEU:
25.09. 18:00 Uhr Vereinsheim Fortuna Leuben
05.10. 18:30 Uhr Zum Anker – Nossen Markt

Bei den Veranstaltungen gelten die allgemeinen Coronaschutzbestimmungen.

*Achtung: Versehentlich wurde in einer früheren Version für den 21.09. eine falsche Anfangszeit angegeben. Die Veranstaltung beginnt um 17:30 Uhr. Ich bitte, den Schreibfehler zu entschuldigen.

Da die Bäckerei Kohlar keine Gaststätte i.S.d. der Coronaschutzverordnung ist, können nur Personen eingelassen werden, die eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Der Einlass erfolgt ausschließlich über den Zugang auf der Straßenseite.