Deutschenbora: Was wird aus der „Platte“?

In seiner Dezembersitzung befasste sich der Stadtrat mit einem wichtigen Thema, das insbesondere – aber nicht nur – die Bürgerinnen und Bürger im Ortsteil Deutschenbora betrifft. Recht unverhofft tauchte ein potentieller Inverstor für das bereits in den frühen 1990er Jahren erschlossene Gewerbegebiet an der Wilsdruffer Straße auf. Seit über 20 Jahren liegt dieses Areal im Dornröschenschlaf. Mittlerweile ist sogar ein ganz ansehnliches Wäldchen neben der A4 entstanden. Die Anwohnerinnen und Anwohner im Gebiet dürften über diese Fehlinvestition der Altgemeinde Deutschenbora nicht allzu böse gewesen sein, schließlich wäre das ursprünglich geplante Logistikzentrum mit erheblichem Verkehr – und damit Lärm- und Abgasbelästigungen – einhergegangen. Auf entsprechend gemischte Gefühle stößt nun verständlicherweise auch der neuerliche Anlauf, an dieser Stelle ein Gewerbegebiet zu errichten.

Der Stadtrat war über die Entwicklungen nicht im Vorfeld informiert, da der neue Eigentümer vor dem Erwerb der Flächen nicht den Kontakt zur Stadt suchte. Fairerweise muss erwähnt werden, dass er dazu auch nicht verpflichtet ist. Der Erwerb erfolgte von Privat an Privat.

Lärmschutz: Verschlechterung oder Zugewinn?

In der Stadtratssitzung bezogen Herr Bothe, der die Bauleitplanung begleitet, und Herr Halpick als Vertreter des Investors zu den drängenden Fragen Position. Aus dem Verlauf der Diskussion sind folgende Punkte festzuhalten:

  • Auf dem Gelände werden weder ein Logistikzentrum noch ein Industriegebiet entstehen.
  • Der Projektträger errichtet auf eigene Kosten eine Schallschutzwand zur A4 und schließt damit die seit Jahren bestehende Lücke.
  • Der Stadtrat kann und wird das Planungsverfahren jederzeit stoppen, falls ersichtlich wird, dass die Belange der Nachbarschaft (insbesondere im Bereich des Immissionsschutzes) nicht ausreichend Beachtung finden.

Für mich war aus den vorgetragenen Argumenten noch nicht zweifelsfrei ersichtlich, ob die Entwicklung des Geländes die Anwohner*innen eher be- oder entlasten wird. Ein Lückenschluss der Schallschutzwand an der A4 wäre jedenfalls ein Zugewinn. Da der Projektträger allerdings noch keine formelle Gestattung der Straßenbaulastträgerin für die Errichtung vorweisen kann, konnte ich dem Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan, der in der Sitzung mehrheitlich gefasst wurde, nicht zustimmen.

Grundsätzlich muss man aber betonen, dass es in dieser Frage keine einfachen Antworten gibt. Die Aufgabe des Stadtrats ist es nun, den Prozess kritisch zu begleiten und im Interesse der Anliegerinnen und Anlieger sowie der ganzen Stadt zu steuern.

Weitere Informationen aus der Dezembersitzung des Stadtrats finden Sie hier.

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